Landestheater Neustrelitz
Auf das Reithaus am Schlossgarten geht das Gebäude des Landestheaters Neustrelitz zurück. Der 1755 bis 1758 nach französischem Vorbild errichtete Bau wurde 1769 durch Maurermeister Martin Seydel in einen Redoutensaal umgebaut und durch die "Herzogliche Gesellschatt teutscher Schauspieler" eingeweiht. Ab 1775 als stehendes Hoftheater verwandt, bewahrte der Bau bis zum Morgen des 15. Januars 1924 seine äußere Hülle.
Nach einer Vorstellung von Richard Wagners romantischer Oper "Tannhäuser" brannte das Gebäude bis auf die Grundmauern ab und wurde innerhalb von vier Jahren durch den Architekten Prof. Max Littmann aus München völlig neu und modern wieder aufgebaut. Im Mai 1945 brannte das Gebäude abermals ab und konnte erst 1954 wieder in der auf Littmanns Pläne zurück gehenden baulichen Form in Betrieb genommen werden, diesmal als "Friedrich-Wolf-Theater" des Bezirks Neubrandenburg.
Seit 1991 führt das traditionsreiche Haus wieder den Namen Landestheater, im Zuschauerraum finden 400 Besucher Platz. In ihm stehen Opern- und Schauspielvorstellungen, Konzerte und Gastspiele verschiedener Genres auf dem Spielplan. Es ist außerdem der Sitz der Intendanz, der Werkstätten und der Verwaltung der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz und beherbergt den Theater-Club.
Schauspielhaus Neubrandenburg
Eines der ältesten Gebäude der Innenstadt ist das Schauspielhaus in der Pfaffenstraße. 1787 als "neues Komödienhaus" erstmals erwähnt und durch das Strelitzer Hoftheater eingeweiht, ist der einfache Fachwerkbau 1793/94 in die heutigen äußeren Form umgebaut worden.
100 Jahre als Theater genutzt fristete er für die nächsten 100 Jahre als Anstalt für Bewegungskuren, Vulkanisierwerkstatt, Motorradmontagehalle, Gemeindesaal und Schneiderwerkstatt bis 1990 ein eher stilles Dasein in Zweckentfremdung.
Nach der beispielhaften Sanierung eröffnete es 1994 in neuem alten Glanz und dient sowohl dem Schauspiel als auch dem Musiktheater wie auch für Lesungen und Konzerte als stimmungsvoller Ort der Kunst und Unterhaltung und hat 200 Plätze. Zum Gebäudeensemble gehören das Schauspielhaus, der Glasverbinder als Foyer mit Café und das gelbe "Greve"-Haus, das als ehemaliges Druckerei-Gebäude heute die Verwaltung der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz und den Besucherservice beherbergt.
Die historische Bühne des Schauspielhauses Neubrandenburg (1793/94) wurde als ältestes erhaltenes Theatergebäude Mecklenburgs in den Kreis des von der EU anerkannten schützenswerten kulturellen Erbes aufgenommen und ist Mitglied von PERSPECTIV, der "Gesellschaft der historischen Theater Europas".
Probebühne Neubrandenburg
Im September 2004 konnte nach lang geplanter und schnell ausgeführter Bauzeit der Werkstatttrakt hinter dem Schauspielhaus eingeweiht werden.
Er beherbergt die Probebühne im Malsaal, einen Konferenzraum, das Notenarchiv, eine Holz- und eine Metallwerkstatt sowie den Fundus. Auf der Probebühne finden bis zu 50 Besucher Platz, um kleinen Theaterformen hautnah im Spiel zu folgen oder kammermusikalischen Darbietungen zu lauschen.
Konzertkirche Neubrandenburg
Einer der modernsten und zugleich schönsten Konzertsäle in Europa entstand in der Neubrandenburger Marienkirche.
Nach einer von den Medien viel beachteten Eröffnung im Jahre 2001 erlebten Besucher in der modernen Konzerthalle mit historischer Hülle international renommierte Dirigenten und Musiker, die begeistert von den akustischen Möglichkeiten einmalige Klangerlebnisse darboten.
Der skandinavische Baumeister Prof. Pekka Salminen aus Helsinki als Architekt der Konzertkirche erhielt inzwischen weltweite Anerkennung und Preise für die gelungene Symbiose aus bewahrenswerter Architektur und moderner Gestaltung für die künstlerische Nutzung.
Die New York Times, BBC London, führende Fachjournalisten Skandinaviens sowie im Inland u.a. ZDF, ARD und der Norddeutsche Rundfunk befassten sich mit der neuen Spielstätte der Neubrandenburger Philharmonie. Sie sendeten neben zahlreichen Wortbeiträgen auch Liveübertragungen und Aufzeichnungen aus der Konzertkirche. DeutschlandRadio sorgt seit Jahren durch journalistische Beiträge und ausführliche Konzertübertragungen dafür, den Bekanntheitsgrad der Neubrandenburger Philharmonie bundesweit zu stärken.
Schlossgarten Neustrelitz
Im Schlossgarten Neustrelitz finden seit 2001 die Schlossgarten Festspiele statt.
Der Architekt, Kunstgärtner und Baumeister Christoph Julius Löwe, der zwischen 1726 und 1731 bereits den Bau des Neustrelitzer Schlosses geleitet hatte, begann 1732 damit, einen Schlosspark anzulegen. Er gehört heute ohne Zweifel zu den schönsten Anlagen in Mecklenburg-Vorpommern.
Die barocke Anlage wurde nach 1820 (bis auf die auf das Schloss ausgerichtete Hauptachse) neu bepflanzt. Nach der Zerstörung des Schlosses 1945 ist nun die Orangerie im Nordosten das Hauptgebäude der Anlage. Nördlich schließt sich die Götterallee an. Neun Statuen antiker Götter und allegorischer Figuren sind von ehemals zweiundzwanzig in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts geschaffenen Sandsteinplastiken erhalten geblieben.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand die Schlossauffahrt mit mindestens zehn Skulpturen auf hohen Podesten, Zinkkopien antiker griechischer Skulpturen. Fünf davon sind erhalten geblieben. Der westliche Parkteil ist ein beschaulicher Landschaftspark.
Auf einer künstlichen Anhöhe befindet sich ein gartenarchitektonisches Kleinod: der Luisentempel. 1891 wurde der Gedächtnisbau für die allseits beliebte preußische Königin nach dem Vorbild antiker Tempel errichtet. Im Inneren steht eine Nachbildung des zweiten Sarkophags mit der Grabfigur der Verstorbenen.
Seit 2001 ist der Schlossgarten Spielort der größten deutschen Operetten-Festspiele, die seitdem im Sommer das Areal für über 30.000 Besucher nutzen. Mit dem Pasticcio "Königin Luise - Königin der Herzen" und klassischen Operetten wie "Die Csardasfürstin" und "Die lustige Witwe" konnte der Schlossgarten als Theaterspielort seitdem wachsendes Interesse verzeichnen. Das Ensemble des Musiktheaters, die Neubrandenburger Philharmonie, die Deutsche Tanzkompanie und viele Neustrelitzer Bürger als Statisten beleben den Schlossgarten mit ihren künstlerischen Leistungen.
Der Blick auf die einmalige Silhouette der Schlosskirche, die heute als eine weithin beachtete Plastikgalerie genutzt wird, und die Schlosskulisse als Erinnerungsarchitektur mit dem Aussichtsturm, verleihen dem Park außerdem einen hohen Reiz. Die Schlosskulisse war außerdem bereits Schauplatz zirzensischen Verwandlungszaubers. Mit Pavel Kohouts Theaterzirkus "August August, August" eroberte 2004 das Schauspielensemble den Spielort auf poetisch unverwechselbare Art und Weise.

