Traumrolle vor Traumkulisse:

Tonje Haugland singt diesen Sommer im Schlossgarten die Königin Luise
Noch nie hat Tonje Haugland vor einer Premiere ein solches Wechselbad der Gefühle erlebt wie jetzt bei den Proben für die Operette "Königin Luise - Königin der Herzen" im Neustrelitzer Schlossgarten.
Da ist zum einen die Begeisterung für das Stück, mit dem die zehnte Saison der Schlossgartenfestspiele begangen wird; zum anderen Traurigkeit über die Umstände, deretwegen die Norwegerin die Titelrolle bekam:
Eigentlich war ihre Kollegin und Freundin Regine Sacher für die Partie vorgesehen, die sie schon beim Festspieldebüt 2001 gesungen hatte. Doch als sie zwei Wochen nach Probenbeginn erkrankte, musste schnell eine Alternative gefunden werden.
Tonje Haugland, längst ebenfalls ein Neustrelitzer Publikumsliebling, konnte nicht lange überlegen:
"Um elf bekam ich den Anruf, um eins war die erste Probe", erinnert sie sich an jenen Tag. "Man hätte mich nicht zehn Minuten später fragen dürfen."
Ist doch im Vergleich zur Operette "Eine Königin tanzt", in der sie selbst 2004 die Luise sang, eine ungleich größere Rolle zu bewältigen: "Sie singt und redet, singt und tanzt, singt und redet, ist die ganze Zeit präsent", erzählt die Sängerin.
Die "phantastische Zusammenarbeit" mit Regisseur Wolfgang Lachnit und der Musikalischen Leiterin Romely Pfund half, den Probenvorsprung der Kollegen aufzuholen.
Vor neun Jahren war die Geburtsstunde der Festspiele das erste Neustrelitzer Theatererlebnis für die junge Sängerin, die damals frisch diplomiert von der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst kam. "Ich saß auf dieser Tribüne als kleines Küken und habe Regine bewundert", schwärmt sie. "Es wäre verrückt zu glauben, ich könnte sie ersetzen." Vielmehr wünscht sie sich das Verständnis des Publikums - umso mehr, als auch das Stück sie zum Schwärmen bringt.
Auch wenn es den gleichen Titel trägt wie in der ersten Festspielsaison, komme eine neue Inszenierung auf die Bühne: "Wer glaubt, er habe diese Operette schon gesehen, wird sich irren."Neben der gestrafften Handlung und den musikalischen Leckerbissen von Johann Strauß, Franz von Suppé und Carl Millöcker begeistern sie auch Ausstattung und Kostüme: "Ich habe so schöne Kleider, die würde ich am liebsten alle privat kaufen..."
Außerdem ist Tonje Haugland erstmals zu Pferde zu erleben. In all ihren Schlossgarten-Jahren - unter anderem als "Csardasfürstin", "Die lustige Witwe", als Ottilie im "Weißen Rössl" oder Rosalinde in der "Fledermaus" - habe sie den Intendanten immer wieder "bekniet", auch einmal reiten zu dürfen. Ihr Vater, dem sie die Begeisterung für Pferde verdankt, ist "hin und weg", dass es nun klappt, erzählt die Sopranistin, die sich in diesem Operettensommer auf den Besuch all ihrer norwegischen Verwandten freut.
Auch dem hiesigen Publikum legt sie das Erlebnis wärmstens ans Herz: "Ist es nicht toll, dass in einer Stadt wie Neustrelitz ein solches Festival wachsen konnte?"
Statt wie geplant mitten zwischen bis zu 2000 Zuschauern zu sitzen, wird sie nun also in der Jubiläumssaison - der letzten in der dieser Größenordnung, bevor im nächsten Jahr die Tribüne verkleinert und die Saison verkürzt wird - auf der traumhaften Park-Bühne stehen. "Regine und ich wissen, was das in einer solchen Rolle bedeutet", denkt sie auch in diesem Moment an die Kollegin, "aber das Publikum kann einen durch alle Ängste tragen."
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Nächste Vorstellungen: 9., 16., 17., 23., 24. und 31. Juli (20 Uhr), 11. und 18. 7 (15 Uhr), 25.7. und 1.8. (18 Uhr), Schlossgarten Neustrelitz
"Wer glaubt, er kenne diese Operette schon, wird sich irren."
Schreibt Susanne Schulz in der Neustrelitzer Zeitung
veröffentlicht am 25.06.2010 - 11:52 Uhr in Backstage
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„Nordkurier _ Kultur und Freizeit
Mo 05.07.2010
Apart gewürzte Pastete von Peter Buske
Zackig marschiert die herzogliche Garde den Schlossberg herab. Reiter hoch zu Ross umrunden im Galopp die stilisiert-malerische Szenerie aus Treppenterrassen, Torsi von Säulenkolonnaden und Sitzbänken. Alles täuschend steinecht (Bühnenbild: Bernd Franke). Allmählich belebt sich das Spielterrain und das Auge bekommt viel zu sehen. Fast wie vor zehn Jahren, als das Operetten-Pasticcio "Königin Luise - Königin der Herzen" die Schlossgartenfestspiele eröffnete. Nun erlebte es im Luisen-Jahr, wo es ihres 200. Todestages zu gedenken gilt, am Freitag eine optisch nicht minder opulente Neuinszenierung durch den Uraufführungsregisseur Wolfgang Lachnitt.
Neu in diesem mit vielen rassigen Balletteinlagen nicht sparenden Spektakel (Deutsche Tanzkompagnie/Choreografie: Mirko Mahr) ist ein erweitertes Vorspiel, in dem die legendäre Preußenkönigin per verbalem Lobpreis zurück ins (Bühnen-)Leben gerufen wird. Am historischen Orte, ....
http://www.theater-und-orchester.de/repertoire/stueckinfo.php?bereich=presse&id=965”
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